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Wer sind die AkteurInnen und welche Möglichkeiten und Verantwortung haben sie?

Wer sind die AkteurInnen und welche Möglichkeiten und Verantwortung haben sie?

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Abschlussberichte > Abschlussbericht 6. Initiative > Wer sind die AkteurInnen und welche Möglichkeiten und Verantwortung haben sie?

Valentina Kerst

Innovation im digitalen Ökosystem
Inhaltsverzeichnis
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AkteurInnen werden als Handelnde oder als an bestimmten Geschehen Beteiligte beschrieben. Sie werden im Diskurs bisher besonders in politischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen thematisiert und ihr Handeln wird entsprechend analysiert.

Im Bereich der digitalen Ökosysteme werden bisher nur vereinzelte AkteurInnen genannt. So z. B. die Politik oder Unternehmen, die Einfluss auf das Internet und die Gewohnheiten der NutzerInnen nehmen. Dieser Text dient der Übersicht und der Einordnung, welche AkteurInnen im digitalen Ökosystem bestehen und welche Möglichkeiten sowie Verantwortungen sie haben, um auf digitale Ökosysteme einzuwirken.

Innovationen werden durch unterschiedliche AkteurInnen ermöglicht. Doch nicht nur die Idee allein ist für die Innovation wichtig, sondern auch die Umsetzung. (siehe: Was ist eine Innovation und wie kommt die Idee in die Welt?) Hier multipliziert sich nun auch die Anzahl der AkteurInnen. Denn ein Akteur oder eine Akteurin allein wird kaum die Möglichkeit haben, Innovationen zu entwickeln und zu etablieren. Vielmehr sind AkteurInnen im Hinblick auf eine erfolgreiche Innovation aufeinander angewiesen.

Dabei stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten im Rahmen der Innovation Governance für AkteurInnen vorhanden sind, Innovationen zu fördern. Auf der anderen Seite ist aber auch zu überlegen, welche Handlungen Innovationen hemmen bzw. blockieren.

Darüber hinaus ist auch die Verantwortung der AkteurInnen gegenüber dem digitalen Ökosystem interessant. Hier kann in unterschiedliche Arten von Verantwortung untergliedert werden:

  • politische
  • gesellschaftliche
  • moralische
  • rechtliche
  • wirtschaftliche

Doch wer sind die AkteurInnen und welche Möglichkeiten und welche Verantwortung haben sie konkret? Wie interagieren sie untereinander und welche der bereits angesprochenen Verantwortungen und Möglichkeiten haben sie im digitalen Ökosystem?

Regierungen
Die Regierungen und ihre Organe spielen ohne Zweifel eine wesentliche Rolle, wenn über AkteurInnen im digitalen Ökosystem gesprochen wird. Dabei werden sowohl im Bund als auch in den Ländern und Kommunen Entscheidungen getroffen. Allerdings ist anzumerken, dass digitale Ökosysteme im politischen Alltag erst langsam an Bedeutung gewinnen. Dabei sind Aktivitäten von Regierungen besonders wichtig. Denkbar wäre es hier, Impulse zu setzen, um Diskussionen zum Thema Datenschutz anzustoßen, Open-Data-Projekte zu initiieren oder Gesetzesvorlagen einzureichen.

Politik
Unabhängig von parlamentarischen Gliederungen beachten auch Parteien zunehmend die Entwicklungen in den digitalen Ökosystemen. Dabei ist der Fokus zunächst auf die Internetwirtschaft als solche gerichtet. Wie funktioniert die Infrastruktur, Hosting oder die generelle Entwicklung von Internettechnologien? Diese Zusammenhänge gewinnen zunehmend an Interesse, so dass die Frage nach Chancen und Möglichkeiten von digitalen Ökosystemen wächst.

Wirtschaft
Neben den Regierungen wird insbesondere die Wirtschaft als wichtiger Akteur gesehen. Dabei ist unbestritten, dass das Internet ein Wirtschaftsfaktor geworden ist, der Innovationen vorantreibt und Arbeitsplätze schafft. Besonders dringend werden allerdings Fachkräfte gesucht, die die Anforderungen von Unternehmen erfüllen. Problematisch im Zusammenhang mit digitalen Ökosystemen werden Copycats gesehen. Zwar entsteht damit Nachfrage nach digitalisierten Produkten, aber es werden dadurch kaum oder keine Innovationen generiert. Ein weiterer Kritikpunkt ist die fehlende Interoperabilität.

Gesellschaft/User
Wie bereits zu Beginn genannt, hängt der Erfolg einer Innovation von unterschiedlichen Kriterien ab. Unter anderem davon, dass unterschiedliche AkteurInnen diese Innovation annehmen und nutzen. Dies erfordert, dass die Gesellschaft im Bereich der Internetkompetenz ausgebildet ist. Deutschland hinkt in diesem Bereich anderen Nationen hinterher. Desto wichtiger ist u. a. die Teilhabe der Gesellschaft am Internet, wenn es darum geht, den „Digitalisierungsindex“ zu erhöhen. Indikatoren für einen schlechten Index in Deutschland wären die relativ schlechte Binnennachfrage nach Innovationen sowie z. B. die hohe Nutzung (81 %) von amerikanischen Internetangeboten. Dabei können die Gesellschaft und der einzelne Nutzer bzw. die einzelne Nutzerin z. B. durch sein oder ihr Sicheinbringen in Open-Source-Projekte dazu beitragen, dass Innovationen vorangetrieben werden. Darüber hinaus ist es erforderlich, dass die Gesellschaft Aktionen von der Politik einfordert, sollen digitale Innovationen gefördert werden.

Wissenschaft/Forschung/Lehre
Der Stand der wissenschaftlichen Forschung zum Thema „Internet“ ist bisher noch nicht stark ausgeprägt. Bisher sind erst vereinzelte Studien und Forschungsprojekte gestartet, die in den kommenden Monaten ihre Ergebnisse präsentieren werden. Auch in der Lehre besteht weiteres Potential. Dabei geht es weniger um die Möglichkeit, Informatik zu studieren, mit dem Ziel, klassische IT-Berufe wie „IT-AdministratorIn“ zu ergreifen, sondern um die Chance, Informatik plus Internet anzubieten. Zwar ermöglichen vereinzelte Lehrstühle ein Studium, in dem internetrelevante Themen (Webanwendungen, Mobile Web, Sicherheit im Web) gelehrt werden. Ein flächenübergreifendes Angebot (z. B. in jedem Bundesland) ist bisher jedoch nicht möglich. Dabei ist die Ausbildung von Fachkräften eines der drängendsten Probleme und damit nimmt die Wissenschaft eine wichtige Rolle unter den AkteurInnen ein. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, Entrepreneurship und Internet stärker miteinander zu verknüpfen. Damit bestünde die Möglichkeit, dass Studierende ihre Ideen auch umsetzen und erfolgreiche Innovatoren werden. (siehe auch: Welchen Einfluss haben die Wissenschaften auf die Entstehung von Innovationen?)

Medien
Die Medien haben in unserer Gesellschaft einen besonderen Stellenwert. Gerade deshalb ist die Berichterstattung zu internet-relevanten Themen wichtig, wenn es darum geht, die Gesellschaft über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Wünschenswert wäre dabei, dass diese Themen nicht in vereinzelten Spartenkanälen und damit nur für kleine Zielgruppen thematisiert würden.

Förderung und Entrepreneurship
Besonders die digitalen Ökosysteme leben davon, dass ihre Ideen gefördert und in sie investiert wird. Daher ist diesem Segment eine wichtige Rolle zuzuordnen. Dabei werden immer öfter Fragen gestellt, wie Rahmenbedingungen für Investoren gestaltet und wie digitale Ökosysteme gefördert werden können. Das Thema wird im Rahmen dieser Publikation ausführlich thematisiert (siehe: Unterscheiden sich digitale Innovationen von traditionellen Innovationen und könnten sie von einer speziellen Förderung profitieren?). Neben der Förderung und den Investitionen sind auch die einzelnen EntrepreneurInnen zentral. Dabei spielen finanzielle Rahmenbedingungen eine signifikante Rolle. Weitere Herausforderungen für EntrepreneurInnen bestehen in der Zusammensetzung von Teams. Hier können insbesondere Universitäten stärkere Impulse setzen, damit sich eine heterogene Gründungsmitgliederschaft findet.

Zusammenfassend ist die Vielfalt der AkteurInnen, die auf das digitale Ökosystem einwirken, zu konstatieren. All diese AkteurInnen haben ihren eigenen Kompetenzbereich. Gerade jedoch im digitalen Ökosystem gibt es unendlich viele Schnittstellen, auf die die AkteurInnen eingehen müssen, wollen sie ein lebendiges Ökosystem erschaffen.

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