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Innovation im digitalen Ökosystem
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Die ExpertInnen der 6. Initiative zum Thema „Innovation im digitalen Ökosystem” spannen in ihren Beiträgen einen Bogen von allgemein einführenden Beiträgen über die Bedeutung, die AkteurInnen und die Steuerungsmöglichkeiten digitaler Innovation bis hin zu intensiven Auseinandersetzungen mit den Fragen nach Förderungsmöglichkeiten, der Funktion von Wertschöpfungsnetzen und der Bedeutung analoger wie digitaler Schnittstellen des digitalen Ökosystems.

Im einleitenden Teil des Abschlussberichts stellt Gero Nagel in seinem Beitrag die Frage „Was ist eine Innovation und wie kommt die Idee in die Welt?”. Mit den Worten Raffael Capurros hebt er dabei den Aspekt des Widerspruchs von Innovation und “Altem” bzw. Bekanntem hervor. Die Innovation als Anomalie im Bekannten, müsse daher auf dem Weg zum Erfolg zunächst das Omen der Fehlerhaftigkeit abschütteln, um sich gegenüber dem Bewährten durchsetzen zu können. Mit den Themen Urheberrecht und dem Privatheits-Öffentlichkeits-Diskurs greift Nagel dann die Problematik zweier Bereiche auf, die mit der Entwicklung des Internets eine so starke Veränderung erfahren haben, dass “Prä-Internet” Konventionen der neu entwickelten Bedeutung nicht mehr standhalten.

Im anschließenden Beitrag über relevante AkteurInnen eines digitalen Ökosystems und deren Möglichkeiten und Verantwortung betont Valentina Kerst die besondere Vielfalt der AkteurInnen, die auf das digitale Ökosystem einwirken und verweist darauf, dass sämtliche AkteurInnen zwar ihren eigenen Kompetenzbereich besitzen, es jedoch gerade im digitalen Ökosystem unendlich viele Schnittstellen gebe, auf die die AkteurInnen eingehen müssten, um ein lebendiges und erfolgreiches Ökosystem zu erschaffen.

Von der Verantwortung der AkteurInnen ausgehend befasst sich Carl Philipp Burkert in seinem Beitrag „Gute Innovation? Böse Innovation?” mit der Bewertbarkeit von Innovationen und der damit einhergehenden Möglichkeit der Regulierung. Er kommt zu dem Schluss, dass gute Regulierung im digitalen Ökosystem keine perfekte Regulierung bedeute, sondern vielmehr einem negativen Regelutilitarismus als Minimalmoral entspreche. Dieser halte außerdem Regeln bereit, wie mit negativen Auswüchsen von Innovation gesellschaftlich umgegangen werde.

Die Frage nach Regulierungsmöglichkeiten vertieft Max Senges in seinem Beitrag zur Frage „Wie kann und sollte digitale Innovation gesteuert werden?”. Ausgehend von der Aufteilung der Steuerungsmöglichkeiten in einen iterativen und dennoch zeitlichen Verlauf befasst er sich eingehend mit den Schritten „Forschung & Entwicklung”, „Beta-Feldversuche” und „Gesellschaftliche Steuerung & Vermarktung”.

Einen sehr konkreten Blick auf die Rolle der Wissenschaft wirft Holger Kienle in seinem Beitrag mit der Frage „Welchen Einfluss haben die Wissenschaften auf die Entstehung von Innovationen?”, in dem er Spannungsfelder zwischen klassischen akademischen Strukturen und Innovation beschreibt. Er schließt mit der Feststellung, dass die Hoffnung, die Wissenschaft könne Innovationen im großen Stil befeuern, nicht zu sehr geschürt werden sollte.

Aus juristischer Perspektive analysieren Steffen Hindelang, Jiannis Koudounas und Philipp Otto das Verhältnis von Recht und Innovation im digitalen Bereich und betonen in ihrem Beitrag „Recht & Innovation im digitalen Bereich - ein polydimensionales Verhältnis” die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtungsweise, die auch die befördernden, absichernden oder gar stimulierenden Wirkungen von Recht im digitalen Ökosystem in den Blick nimmt.

In einem ausführlichen Beitrag nimmt Georg Rehm im Anschluss Stellung zur Frage der Förderung digitaler Innovation, indem er den Status Quo genau beleuchtet und daraus Handlungsempfehlungen ableitet, die für ein innovationsfreundlicheres Klima in Deutschland sorgen sollen. Im Fokus stehen hierbei vor allem die Rollen von Bund und Ländern, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die bottom-up typische Eigendynamik von Innovationsprozessen unterstützen.

Die Frage nach dem Einfluss des digitalen Ökosystems auf die Erstellung, Verbreitung und Bewertung von wissenschaftlichen Ergebnissen führt Holger Kienle in seinem Beitrag dazu, eine Entwicklung weg von klassischer Wissenschaft und tradierten Formen der Veröffentlichung hin zu einer Kultur der Beta-Wissenschaft zu beschreiben und gleichzeitig darzulegen, wie eine solche Beta-Wissenschaft effektiv und effizient betrieben werden kann.

Marcus Dapp, Yoan Hermstrüwer, Hendrik Send und Abraham Taherivand befassen sich in ihrem gemeinsam verfassten Beitrag mit der Frage nach dem Nutzen und der Funktion von digitalen Wertschöpfungsnetzen. Aufbauend auf einer gemeinsamen Arbeitsdefinition beschreiben die Autoren die fördernden und hemmenden Faktoren entlang der vier Dimensionen der sogenannten STEP-Analyse und betonen hierbei die verhaltensökonomischen Dimensionen von Wertschöpfung. Abschließend widmen sie sich den daraus abzuleitenden politischen und rechtlichen Handlungsempfehlungen zur Förderung von Wertschöpfungsprozessen und Innovation.

Der gemeinsame Beitrag „Bridging the gap: Collaboration Arenas als Schnittstellen zwischen traditioneller Ökonomie und neuen Formen der Wertschöpfung” der ExpertInnen Peter Schreck, Barbara Kruse, Wolfgang Wopperer, Elias Barrasch, Ulrich Klotz, Moritz Avenarius und Bastian Lange bildet den Abschluss der theoretischen Beiträge und ebnet den Weg für Interventionen.

Die Interventionen sind ein seit der 6. Initiative neues Element des Co:Lab und zielen darauf ab, neben der Erarbeitung praxisorientierter Handlungsempfehlungen auch konkrete Maßnahmen zu ergreifen, die zu einer dauerhaften und positiven Weiterentwicklung des Innovationsklimas in Deutschland beitragen. Die geplanten und zum Teil bereits begonnen Interventionen und Aktionen der 6. Initiative befassen sich mit den Themen Beta Kultur, sowie der Idee eines Rates der von Internet Experten für die Politik. Ein konkretes Ergebnis aus der Initiative war zudem ein neues Modell der Collaboration Arena. Die Autoren des Konzepts gehen davon aus, dass zwischen traditionellen Unternehmen und neuen Formen der Wertschöpfung nach wie vor eine tiefe Kluft besteht: Auf der einen Seite befinden sich hierarchische Strukturen und hochformalisierte Entscheidungsstrukturen – auf der anderen Seite Netzwerke und informelle Kommunikation. Dies hat zur Folge, dass etablierte Unternehmen oft keinen Zugang zu disruptiven Innovationspotentialen und neuen Geschäftsmodellen haben. Was fehlt, sind Schnittstellen zwischen den Systemen, die als Luftschleusen das zwischen den Systemen herrschende Vakuum temporär überbrücken und dabei helfen, die Kluft nachhaltig zu schließen. Das Konzept der Collaboration Arena bietet hierfür eine konkrete Schnittstelle für Kollaboration über kulturelle Grenzen hinweg.

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